GO2 – Grundkompetenzen direkt am Arbeitsplatz fördern

64 Prozent der Erwachsenen mit ungenügenden Grundkompetenzen stehen im Berufsleben. Wie kann es gelingen, den Arbeitsplatz als Lernort für die Förderung der Grundkompetenzen zu nutzen? Unter dieser Leitfrage wurde 2009 das Projekt GO vom Schweizerischen Verband für Weiterbildung SVEB in Zusammenarbeit mit der Interkantonalen Konferenz für Weiterbildung IKW initiiert. Am 23. Juli 2015 wurden an der Abschlusstagung die Projektresultate und Erfahrungen aus den Betrieben präsentiert.
Im Rahmen des Projekts wurde das «GO Modell» entwickelt und getestet. Grundlegend für das Modell ist eine genaue Passung zwischen Kursangeboten, Lernenden und betrieblichen Anforderungen. Der Betrieb unterstützt dabei die Bildungsmassnahme aktiv und wird vom Weiterbildungsanbieter für die Dauer des Kurses beraten. Ein wichtiger Faktor des Modells ist der Transfer des Gelernten in den Arbeitsalltag. Nur wenn dieser gelingt, kann eine Bildungsmassnahme auch nachhaltig sein.
Weitere Informationen zum Projekt
Projektbroschüre GO

ich-will-wählen.ch informiert verständlich und politisch neutral

Im Herbst 2015 wird das Schweizer Parlament neu gewählt. Jedoch haben Personen mit tiefen Lesekompetenzen Schwierigkeiten, die Wahlunterlagen zu verstehen. Sie können deshalb ihre politischen Rechte nicht wahrnehmen. Aus diesem Grund aktualisierte der SVEB die Website ich-will-wählen.ch, die bereits im Wahljahr 2011 lanciert wurde und auf positive Resonanz stiess. Auf der Website informiert die TV-Moderatorin Susanne Kunz in kurzen Videos, wie man einen Wahlzettel ausfüllt und warum Wählen so wichtig ist. Es besteht auch die Möglichkeit, Kursunterlagen zum Thema «Wählen» herunterzuladen, die spezifisch für Kursleitende von Lese- und Schreibkursen für Erwachsene entwickelt wurden.
Zur Website ich-will-wählen.ch

Arbeitgeberunterstützte Weiterbildung: Wer hat, dem wird gegeben

Aus dem Bericht des Bundesamts für Statistik BFS zu weiterbildungsaktiven Unternehmen und unterstützten Arbeitnehmenden wird erkennbar: Die Chancen auf die Teilnahme an arbeitgeberunterstützten Bildungsaktivitäten (unabhängig vom Typ der besuchten Ausbildung) ist bei denjenigen Personen höher, die über einen höheren Bildungsstand verfügen. Weiter spielt auch das Alter eine entscheidende Rolle. So ist die Wahrscheinlichkeit, vom Arbeitgeber in nichtformalen Bildungsaktivitäten wie Kursen, Seminaren oder Workshops unterstützt zu werden, für Personen (gegen 45 Jahre), die mitten im Berufsleben stehen, am grössten.
Download «Arbeitgeberunterstützte Weiterbildung»

Wie bricht man das Tabu Illettrismus?

In einer Veranstaltung des Schweizerischen Dachverbands Lesen und Schreiben wurden die wichtigsten Erkenntnisse und Produkte aus dem Projekt «Sensibilisierung der VermittlerInnen» präsentiert. Die Erfahrungen zeigen, dass den Drittpersonen (RAV-Mitarbeitende, BerufsberaterInnen, Pflegepersonal etc.) eine Schlüsselrolle im Erkennen von Betroffenen zukommt. In der deutschen, französischen und italienischen Schweiz wurden deshalb im Rahmen des Projekts Informationsveranstaltungen für Vermittlerpersonen durchgeführt. Zudem stehen für die Sensibilisierung der Öffentlichkeit nun diverse Materialien online zur Verfügung.
Präsentationen und Ergebnisse der
Tagung

Produkte aus dem Projekt

Weiterbildungsgesetz definitiv verabschiedet

Das neue Weiterbildungsgesetz (WeBiG) wurde vom National- und Ständerat klar angenommen. Wichtigstes Ziel des WeBiG ist es, die Weiterbildung als Teil des lebenslangen Lernens zu stärken. Bund und Kantone sollen dazu in Zusammenarbeit mit Organisationen der Arbeitswelt den Erwerb und den Erhalt von Grundkompetenzen Erwachsener unterstützen. Grundlegende Fähigkeiten in Lesen und Schreiben finden somit als Basis des lebenslangen Lernens eine gesetzliche Verankerung.
Bundesgesetz über die Weiterbildung

Nachholbildung zahlt sich aus

Travail.Suisse fordert Nach­hol­bildung für ausbil­dungs­lose Erwerbstätige

Mehr als 50‘000 erwerbstätige, aber ausbildungslose Arbeitnehmende haben gute, bis sehr gute Voraussetzungen für einen nachträglichen Berufsabschluss über eine Validierung ihrer Kompetenzen. Das hat eine Studie ergeben, die die Berner Fachhochschule BFH im Auftrag von Travail.Suisse erstellt hat. Mit jedem einzelnen Abschluss können gesellschaftliche Kosten zwischen 100‘000 und 210‘000 Franken eingespart werden. Insgesamt ergibt das theoretisch ein Ersparnispotenzial von 8 Milliarden Franken. Kommt hinzu, dass jeder Abschluss die Lebensqualität der Betroffenen stark verbessert.
Weiteres auf der Website von Travail.Suisse
Studie zum Download als PDF

Film «BOGGSEN» – Wer in die Schule gegangen ist, kann lesen und schreiben

Ein Film von Jürg Neuenschwander
«Im Film BOGGSEN schildern uns zehn von Illettrismus betroffene Menschen ihr Leben. Sie haben es gewagt, öffentlich zu ihrer Schwäche zu stehen. Wir erfahren von Demütigungen und Ausweichstrategien, von Tabus und vom Leidensdruck. Und sie erzählen uns, warum sie sich trotz allem entschlossen haben, sich aus ihrem Käfig zu befreien. Sie machen Mut, es ihnen gleich zu tun. Sie zeigen wahre Stärke, indem sie öffentlich zu ihrer Schwäche stehen. Boggsen, der Film, der zu Worten verhilft, wo es vorher nur den Rotstift gab.»
www.boggsen.ch
Filmplakat
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Was ist Illettrismus?

«Illettrismus» ist ein gesellschaftliches Phänomen und verweist auf die Tatsache, dass es Erwachsene gibt, die Grundfertigkeiten des Lesens und Schreibens nicht beherrschen.
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Kursangebote in der Schweiz

Übersicht der Anbieter mit Kursen für Lesen und Schreiben

Anbieter von Grundbildungkursen für Lesen und Schreiben haben die Möglichkeit, diese in der Datenbank gratis eintragen zu lassen.
Weitere Informationen

Edition d'une brochure pour les personnes et institutions relais